AKTUELL im JUNI

Sonntag, 14. Juni

... ohne Väter keine Mütter ...

Vatertag ist was anderes.

Väter haben an anderem große Freude ...

Väter mögen grillen,

deftige Steaks,

mit guten Beilagen,

und ein Fass Bier,

feine Schnapserle,

männliche Lebensfreude halt ...

Was also schenken wir ihnen? 

Als Festtag existiert der Vatertag in Österreich seit 1955, welcher immer am zweiten Sonntag im Juni gefeiert wird (ähnlich dem Muttertag im Mai).

GESCHICHTE

Beeinflusst durch die Einführung des Muttertages, führte Sonora Smart Dodd 1910 in den USA eine Bewegung zur Ehrung der Väter ins Leben. Die Idee, auch die Väter zu ehren, fand immer mehr Anhänger und so etablierte sich der dritte Juni-Sonntag in den USA schnell zum Ehrentag der Väter. 1972 erhob Präsident Richard Nixon den Vatertag, der im Juni begangen wird, in den Rang eines offiziellen Feiertages.

1955 steckte die Textilbranche in der Krise. Der Wiener Helmut Herz (Begründer des Vatertags in Österreich) hatte damals eine gute Idee, wie die Wirtschaft wieder vorangetrieben werden kann: Der Vatertag sollte in der Sommerzeit den Konsum wieder ankurbeln. Ihm fielen die Besäufnisse am "Herrentag" in Deutschland in der medialen Berichterstattung auf und bei der Konzeption der Werbepläne für das kommende Jahr dachte er daran, den Vatertag als Familienfest nach Österreich zu holen. Dazu wurde nicht nur ein Vatertagskomitee eingerichtet, sondern auch im Radio über die Aktion berichtet. Doch der Vatertag wurde nicht als "neues" Fest verkauft, sondern als Familientag, der nun wieder stärker gefeiert wird.

Helmut Herz wurde von seinem Sohn am ersten Vatertag 1956 mit einer Zeichnung beschenkt. Daraus entwickelte der Begründer die Idee, einen großen Malwettbewerb auszurufen. Die Kinder sollten den Beruf ihres Vaters zeichnen. Knapp 80.000 Zeichnungen wurden eingereicht. Sein Ziel war gelungen: Väter und ihre Kinder zusammenzubringen. Als alleinerziehender Vater, der seinen gut bezahlten Job für seine Kinder gekündigt und alle Pflichten im Haushalt selbst übernommen hatte, spielte die Väterbeteiligung in den Familien eine große Rolle. Der Vatertag, der heute in Österreich als Familientag gefeiert wird, war ein Schritt in diese Richtung.

In einem Interview sagte Helmut Herz schmunzelnd: "Es gibt Schätzungen, dass der Vatertag für Österreichs Wirtschaft bis zu 100 Millionen Euro jährlich bringt. In 60 Jahren habe ich so schon mehr Arbeitsplätze geschaffen als Herr Stronach. (lacht)"

Seither findet der Vatertag als kommerzieller Feiertag immer größeren Anklang bei der Bevölkerung und erreichte im Jahr 2009 bereits 2/3 der Umsätze vom Muttertag.

BRAUCHTUM

Ähnlich wie der Muttertag wird auch der Vatertag mit kleinen Geschenken und Blumen begangen. Allerdings haben sich keine großen Bräuche um den Vatertag entwickelt. Man trifft sich mit der Familie, isst gemeinsam und verbringt Zeit zusammen.Beliebt ist auch das Verschenken von Krawatten, weswegen sich in der Umgangssprache auch die Bezeichnung "Krawattentag" etabliert hat.

In anderen Ländern (z. B. in Deutschland) wird der Vatertag nicht als Familientag verbracht, sondern als Männertag gefeiert, an dem die Männer ausgehen, sich amüsieren, gut Essen und reichlich Alkohol trinken.

Die Kommerzialisierung des Vatertages hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, doch dem Muttertag ist er noch nicht gleichgesetzt, wobei sich Väter noch nie zuvor so stark in die Kinderbetreuung eingebracht haben. Ca. 17 % der Väter nehmen die Väterkarenz in Anspruch (Stand 2015). Dazu trägt nicht zu zuletzt der rasante gesellschaftliche Wandel in den letzten Jahrzehnten bei: Aktive Mitgestaltung der Erziehung und Kinderbetreuung sind wesentliche Merkmale der neuen Vätergeneration, die sich nicht mehr nur als Ernährer der Familie sieht.